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Deutsches Reich, Montag, 01. Januar 1900
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Inland Deutsches Reich Berlin - Übergang zum Jahrtausendwechsel groß gefeiert In   Berlin   wurde   das   neue   Jahrhundert   ausgiebig   gefeiert.   Im   Lustgarten hatte    man    Batterien    aufgestellt,    die    mit    Salutschüssen    das    neue    Jahr begrüßten.    Vom    Rathausbalkon    spielten    die    Fanfaren    und    Hunderte Trompeten,   Mundharmonikas   und   "Waldteufel"   (auch   Brummtopf   genannt) gaben diesem Jahreswechsel etwas besonderes. Berlin - Jahrhundertfeier im Berliner Zeughaus Am     Neujahrsmorgen     veranstaltete     S.     M.     der Deutsche    Kaiser Wilhelm    II.     im    Lichthof    des Berliner    Zeughauses    eine    Jahrhundertfeier.    Es wurden    die    Truppenfahnen    und    Standarten    des Gardekorps    neu    geweiht.    Die    Kaiserin    mit    den jüngsten   kaiserlichen   Kindern   wohnte   der   Feier   an den   Fenstern   des   ersten   Stockwerks   im   Zeughaus bei.       Ein evangelischer Feldprediger     sprach     die Weiherede: ”In       Schwert       und Schild    unter    dem    Kruzifix, das   soll   unsere   gute   Wehr   und   Waffen   bleiben,   und des   Schildes   Inschrift   die   große   Parole   auch   für das neue Jahrhundert: Zu Schirm und Schutz Zu Tat und Trutz Zu Sieg im Streit Von Gott geweiht.“ S.   M.   der   Deutsche   Kaiser   hielt   anschlie ßend   eine   Neujahrsansprache,   in der er unter anderem die Neuorganisation der Flotte erklärte:
Links im Bild die Neue Wache und rechts das Zeughaus in Berlin. Nach einem Ölbild von Wilhelm Brücke aus dem Jahr 1828.
Links im Bild die Neue Wache und rechts das Zeughaus in Berlin. Nach einem Ölbild von Wilhelm Brücke aus dem Jahr 1828.
Wilhelm II., Friedrich Wilhelm Viktor ... 1859 - 1941
Wilhelm II., Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (* 27. Januar 1859 in Berlin † 04. Juni 1941 in Doorn/Niederlande).
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Der   erste   Tag   des   neuen   Jahrhunderts   sieht   unsre Armee,   d.   h.   unser Volk in    Waffen    um    seine    Feldzeichen    geschart    vor    dem    Herrn    der Heerscharen   knieen;   und   wahrlich,   wenn   irgendwer   besonderen   Grund   hat, sich heute vor Gott zu beugen, so ist es unser Heer. Ein    Blick    auf    unsere    Fahnen    genügt    als    Erklärung,    denn    sie verkörpern   unsere   Geschichte.   Wie   fand   das   vergangene   Jahrhundert   bei seinem   Anbruche   unser   Heer?   Die   glorreiche   Armee   Friedrichs   des   Großen war     auf     ihren     Lorbeeren     eingeschlafen,     im     kleinlichen     Detail     des Gamaschendienstes    verknöchert,    von    altersschwachen,    kriegsuntüchtigen Generalen   geführt,   ihr   Offizierskorps   fördernder   Arbeit   entwöhnt,   in   Luxus und   Wohlleben   und   törichter   Selbst über hebung   verkommen.   Mit   einem   Wort, die Armee war ihrer Aufgabe nicht nur entwachsen, sie hatte sie vergessen. Schwer   war   die   Strafe   des   Himmels,   die   sie   ereilte   und   die   unser Volk traf.    In    den    Staub    ward    sie    geworfen,    Friedrichs    Ruhm    verblich,    ihre Feldzeichen    waren    zerbrochen.    In    den    sieben    langen    Jahren    schwerster Knechtschaft   lehrte   Gott   Unser   Volk   sich   auf   sich   selbst   besinnen,   und   unter dem   Drucke   des   Fußes   eines   übermütigen   Eroberers   gebar   unser   Volk   aus sich    heraus    den    hehrsten    Gedanken,    daß    es    die    höchste    Ehre    sei,    im Waffendienste   seinem   Vaterlande   Gut   und   Blut   zu   weihen:   die   allgemeine Dienstpflicht .   Mein   Urgroßvater   gab   ihr   Form   und   Leben,   und   neuer   Lorbeer krönte die neu erstandene Armee und ihre jungen Fahnen. Ihre   eigentliche   Bedeutung   jedoch   gewann   die   allgemeine   Dienstpflicht erst   durch   unsern   großen,   dahingegangenen   Kaiser.   In   stiller   Arbeit   entwarf er    seine    Reorganisation    -    unsere    Armee,    trotz    des    Widerstandes,    den Unverstand   ihm   setzte.   Die   siegreichen   Feldzüge   krönten   jedoch   sein   Werk   in nie   geahnter   Weise.   Sein   Geist   erfüllte   die   Reihen   seines   Heeres   ebenso,   wie sein   Gottvertrauen   dasselbe   zu   unerhörten   Siegen   hinriß.   Mit   dieser   seiner eigenen   Schöpfung   führte   er   die   deutschen   Stämme   wieder   zusammen   und gab   uns   die   langersehnte   deutsche   Einheit    wieder.   Ihm   danken   wir   es,   daß kraft    dieser    Armee    das    Deutsche    Reich    Achtung    gebietend    seine    ihm bestimmte Stellung im Rate der Völker wieder ein nimmt. An   Ihnen   ist   es   nun,   Meine   Herren,   auch   im   neuen   Jahrhundert   die alten   Eigenschaften   zu   bewähren   und   zu   betätigen,   durch   welche   unsere Vorfahren   die   Armee   groß   gemacht haben:             Einfachheit             und Anspruchslosigkeit       im       täglichen Leben,   unbedingte   Hingabe   an   den königlichen   Dienst,   volles   Einsetzen aller   Kräfte   Leibes   und   der   Seele   in
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